Das Stahler Alphornquartett in seiner Urbesetzung am 19.6.02, aufgenommen  auf einer Wiese zwischen Marienkapelle und Mahnkreuz auf dem Stahler Feldberg mit Blick auf Holzminden

Das Stahler Alphorn-Ensemble in seiner Urbesetzung am 19. Juni 2002:
Günther Borgolte, Stefan Titz, Christoph Dittert, Bernhard Borgolte (v.l.n.r.)

Foto: Gerald “Jacques” Jakubus
 

Artikel im überregionalen Teil des Westfalenblatts im Juni 2002
Alphörner als Solo-Instrumente im Stahler Blasorchester
Erstes Alphorn-Quartett im Weserbergland gegründet

Stahle.  Kürzlich haben sich vier junge Musiker aus dem Stahler Blasorchester zusammen getan, um ein Alphorn-Quartett zu gründen. Da das Alphorn ein für diese Gegend sehr ungewöhnliches Instrument ist, dürften diese Musiker das erste und einzige Alphorn-Quartett in Ostwestfalen (und vermutlich noch weit darüber hinaus) darstellen.

In ganz Europa gibt es nur zwei National-Instrumente. Was den Schotten der Dudelsack ist den Schweizern das Alphorn. Hierbei handelt es sich um ein Hirtenhorn von zwei bis fünf Metern Länge in gestreckter, nur am unteren Ende leicht gebogener Form. Es besteht aus einem längsseits gehälfteten Holzstamm, dessen Teile ausgehöhlt, wieder zusammengefügt und mit Wachs- und Rindenumwicklung fest verbunden sind. Auf der so gebildeten konischen Röhre wird in der Naturtonreihe geblasen. Der Tonumfang umfasst mindestens 15 Töne. Der Klang eines Alphornes entfaltet sich am besten in der freien Natur oder in sehr hohen Räumen, wie z.B. Kirchen.

Im hiesigen Raum verbindet man mit einem Blasorchester meistens die Solo-Instrumente Trompete, Klarinette, Saxofon sowie die Posaune. Dem Stahler Blasorchester jedoch gelingt es aber schon seit Jahren immer wieder, Instrumente einzusetzen, die in dieser Gegend recht selten einen solistischen Part übernehmen. So glänzt schon seit Jahren der erst 15-jährige Tobias Alsweh auf seinem Xylofon. Gerald ‘Jacques’ Jakubus bewies unlängst eindrucksvoll mit der Bravour-Polka ‘Tubissimo’ vor ausverkaufter Kulisse in der Holzmindener Stadthalle, wie sehr die wunderbare, unglaublich vielseitige, mächtige Kontrabass-Tuba auch als Melodie spielendes Solo-Instrument begeistern kann.

Bei einem gemütlichen Zusammensein entstand im vergangenen Jahr (2001) der Gedanke, sich ein für diese Gegend außergewöhnliches Musikinstrument anzuschaffen. Das größte Interesse bei den Musikern fand hierbei das Alphorn, und man entschloss sich zum Kauf eines F-Alphorns aus der Schweiz.

Mit dem Bass-Posaunisten Bernhard Borgolte fand sich schnell ein Musiker, der dieses Instrument nach nur kürzester Anlernzeit beherrschte. Bereits im vergangenen Jahr konnte er mit den Stücken ‘Alphorn-Ballade’ von Armitage und der ’Edelweiß-Polka’ beim Höxteraner Bataillonsfest und dem Schützenfest in Stahle aufwarten. Schließlich war es auch die Alphorn-Ballade, die Bernd Borgolte am Sonntag, 3. März 2002, in der restlos ausverkauften Stadthalle Holzminden als Zugabe gemeinsam mit den Blasorchestern Stahle, Brenkhausen und Bödexen zum Besten gab.

Kurzfristig wurde aus den eigenen Musikerreihen mit Günther Borgolte ein zweiter Alphornist gefunden, und man war nun in der Lage, diese Stücke zweistimmig - in der schönen Natur-Freilichtbühne in Stahle -  anlässlich des Jahreskonzerts 2001 vorzutragen. Seit zwei Wochen ist das Stahler Blasorchester im Besitz eines 3. und 4. Alphornes; und mit den zwei  Posaunisten Stefan Titz und Christoph Dittert befinden sich zwei weitere Musiker in der vereinseigenen Musikschule in der Ausbildung zum Alphornisten.

Somit dürfen sich noch in dieser  Saison alle Liebhaber der volkstümlichen Blasmusik auf diese im Weserbergland wohl einmaligen Solo-Instrumente und den damit verbundenen vierstimmigen Alphornklängen freuen.

Wer an einer Verpflichtung des Stahler Blasorchesters interessiert ist, kann sich bei dem 1. Vorsitzenden, Klaus Borgolte, unter Telefon 05531 / 1 21 55 81 melden. Selbstverständlich kann das Alphorn-Quartett auch solo als Geburtstags-Überraschung, zu diversen Jubiläen oder auch als eine etwas andere Einlage auf Hochzeiten geordert werden.

 

Das Stahler Alphorn-Ensemble am 19.6.02

Bernhard Borgolte - er brachte das Alphorn nach Norddeutschland

Günther Borgolte

Christoph Dittert

Stefan Titz

Auf dem Feldberg bei Stahle

Blick auf Stahle, Holzminden und den Solling

Im Hintergrund das 1959 auf Initiative von Heinz Mönkemeyer errichtete Friedenskreuz

Stefan Titz - erster Webmaster des Stahler Alphorn-Ensembles


Fotos:
Gerald Jakubus
(mit Analog-Kamera Nikon AF 801s)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.6.2002

Alphornmusik aus Stahle im Weserbergland